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Medientechnologin gewinnt Kölner VDI Förderpreis

Interview mit Nora Kim Schulte, Gewinnerin des 35. Förderpreises des VDI Kölner Bezirksverein e.V.

 

Nora Schulte aus Bergisch Gladbach erhielt vergangenen Donnerstag den mit 2.000 Euro dotierten ersten Preis des VDI Kölner Bezirksverein e.V. für die Entwicklung einer Methode zur Verbesserung der Bildqualität bei digitalen Reproduktionen. Mit der Förderpreisverleihung will der VDI alljährlich Nachwuchsingenieure ins Ram-penlicht bringen und dabei den Erfahrungsaustausch zwischen den jungen Absol-venten und erfahrenen Profis anregen

 

 

Interview mit Nora Kim Schulte, Gewinnerin des 35. Förderpreises des VDI Kölner Bezirksverein e.V.

Nora Schulte aus Bergisch Gladbach erhielt vergangenen Donnerstag den mit 2.000 Euro dotierten ersten Preis des VDI Kölner Bezirksverein e.V. für die Entwicklung einer Methode zur Verbesserung der Bildqualität bei digitalen Reproduktionen. Mit der Förderpreisverleihung will der VDI alljährlich Nachwuchsingenieure ins Ram-penlicht bringen und dabei den Erfahrungsaustausch zwischen den jungen Absol-venten und erfahrenen Profis anregen

Pixelige Farbverläufe, unschöne Artefakte und einen generellen Verlust der Bildqualität kennt jeder, der sich mit der Speicherung und Komprimierung digitaler Fotos beschäftigt. Auch der Fotodienstleister CEWE muss in seinem Workflow bisher einen Kompromiss zwischen optimaler Bildqualität und möglichst geringem Datenvolumen finden. In Zusammenarbeit mit der CEWE Stiftung & Co. KGaA hat Nora Schulte im Fachbereich Medien- und Phototechnik der TH Köln untersucht, wie sich die JPEG-Kompression durch optimierte Parametereinstellungen und unterschiedliche Varianten der Bildskalierung verbessern lässt. Mit ihrem Lösungsansatz kann bei der digitalen Reproduktion die Bildqualität in 90 % der relevanten Fälle (Motive mit Farbverläufen) verbessert werden. Damit kann zwar eine Erhöhung des Datenvolumens nicht verhindert werden – bei gleichzeitig sehr hohem Qualitätsgewinn ist dies jedoch akzeptabel. Die Arbeit liefert somit sowohl für CEWE wertvolle Anregungen zur Optimierung seiner Dienste, als auch einen erfreulichen Pluspunkt für die Kunden.

Im Interview geht Nora Schulte auf die Praxisrelevanz der Arbeit und ihre Motivation ein:

Frau Schulte, welchen Nutzen hat Ihre Forschung für den Anwender bzw. für eine spätere Vermarktung?

Nora Schulte: Die Arbeit untersucht den Bildverarbeitungsworkflow der CEWE Stiftung & Co. KGaA. Die Analysen dieser Arbeit zeigen, dass durch die verbesserte Erhaltung und Quantisierung natürlichen Bildrauschens zu Beginn des Verarbeitungsprozesses Artefakte nahezu verhindert werden können. Es wird in den Untersuchungen dieser Arbeit jedoch ebenfalls deutlich, dass diese Verbesserungen nur durch Optimierungen, die eine Erhöhung des Datenvolumens bedingen, erzielt werden können.

Was war/ist Ihre Motivation für Ihr Studium und die Beschäftigung mit diesem bestimmten Thema?

Nora Schulte: Ich habe vor meinem Studium der Medientechnologie bereits eine Ausbildung zur Mediengestalterin Bild und Ton absolviert und war einige Jahre als Coloristin in der Filmpostproduktion tätig. Das Studium war also logische Konsequenz zur Weiterbildung in meinem Berufsfeld. Während der letzten vier Semester meines Studiums habe ich ein Stipendium der CEWE Stiftung & Co. KGaA erhalten. Vor Beginn meiner Bachelorarbeit habe ich dort mein Praktikum absolviert. Das Thema meiner Bachelorarbeit hat sich in Zusammenarbeit mit meinen Betreuern bei der CEWE Stiftung & Co. KGaA aus meiner Praktikumsaufgabe ergeben.

Studieren Sie zurzeit noch oder sind Sie bereits ins Berufsleben gestartet?

Nora Schulte: Ich bin nach dem Abschluss des Studiums im September des letzten Jahres wieder ins Berufsleben eingestiegen. Ich habe mein Studium mit dem Bachelor of Science abgeschlossen. Seit Beginn dieses Jahres bin ich als Projekt Manager System Design bei der Procedeon Image Science GmbH tätig. Die Firma meiner ehemaligen Professoren Prof. Dr. Fischer und Prof. Dr. Ruelberg bietet die Entwicklung bildverarbeitender Algorithmen zur Erkennung und Verarbeitung komplexer natürlicher Strukturen.

(v.l.): Horst Behr (kommissarischer Vorsitzender des VDI Kölner Bezirksverein e.V.), Karl-Heinz Spix (Vorsitzender), Preisträgerin Nora Schulte und ihr Laudator Stefan Weber (Buderus). Foto: Katrin Hauter