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Die Marke Karneval zieht - der Jeck amüsiert, die Wirtschaft floriert

11.11., 11.11 Uhr. Alaaf, Aloha und Helau – die Jecken sind los.

11.11., 11.11 Uhr. Alaaf, Aloha und Helau – die Jecken sind los.

Die Karnevalsession hat begonnen! In den rheinischen Karnevalsmetropolen trotzen kostümierte Karnevalisten dem grauen Novemberhimmel und wollen mit aller Macht dem Alltag die Stirn bieten. In Köln schon seit den frühen Morgenstunden am Alter Markt, in Düsseldorf in der Altstadt und in Mainz am Schillerplatz. Die Ursprünge des freudigen Brauchtums gehen bis ins Mittelalter zurück. Das Einläuten der Fastenzeit zu symbolisieren (carne vale = Fleisch lebe wohl!) war hier der Anlass. Heute wird dem Spektakel aus vielen Gründen entgegengefiebert – der Spaß und das Miteinander stehen dabei im Mittelpunkt. Ohne Karneval würde der Region ein großes kulturelles Herzstück fehlen – aber auch ein wirtschaftliches.

„Einmol Prinz zo sin“ ist nicht nur ein Kindheitstraum, sondern gut fürs Geschäft. – Vorausgesetzt, der Prinz weiß seine Chance zu nutzen. Bis Aschermittwoch steht er im Zentrum der Aufmerksamkeit von Menschen und Medien. Viel Engagement, Herzblut und Geld investiert er in seine jecke Königswürde. Eine Investition, die sich auszahlen kann! Denn eine Session im Rampenlicht zu stehen, ist (richtig genutzt) Kommunikation und Eigenwerbung pur. Sicheres Auftreten, Redegewandtheit und klare Positionierung sind hier absolute Basics, die am besten schon vor der Session professionelle trainiert werden sollen.

Mit einem stolzen Umsatz von rund 460 Millionen Euro und dem 8- bis 10-fachen an üblichen Einnahmen bietet der Karneval eine enorme Einnahmequelle und bietet zusätzliche Möglichkeiten als Werbeplattform.

Gut fürs Geschäft ist die fünfte Jahreszeit allemal. Ganze Wirtschaftszweige wie Kostümhändler, Musiker, Bands und Wagenbauer leben vom Karneval. Letzteres ist beispielsweise in Düsseldorf eine hoch professionelle Angelegenheit. Renommierten Künstlern ist es hier eine Herzensangelegenheit die Karnevalswagen spektakulär und kunstreich zu designen.

Auch bei den Gastronomen ist die Freude über zusätzliche Einnahmen groß. Nicht selten wird in den Karnevalshochburgen Köln, Düsseldorf und Mainz in den fünf Tagen von Weiberfastnacht bis Veilchendienstag ein Drittel des Jahresumsatzes generiert. Während üblicherweise in Köln rund 21 Millionen Liter pro Monat konsumiert werden, freuen sich die Brauhäuser und Kneipen während des Straßenkarnevals über einen Ausschank von 30 Millionen Litern. Im jecken Einmaleins ergeben das 150 Millionen Kölschgläser!

Ejal wie et kütt – nicht mal bei schlechtem Wetter sind signifikante Einbrüche zu verzeichnen, die Anhänger des bunten Treibens sind ausnahmslos wetterrobust. Zum Höhepunkt am Rosenmontagszug kommen Millionen Besucher und erfreuen sich an Kölsch, Kamelle, Strüßjer und Kostümen. Und wem das bis dahin zu lange dauert, der kann sich gleich heute mit ins Getümmel stürzen!